1901 war es soweit: der preußische Staat beschloss, die unrentable Staatsdomäne Dahlem aufzugeben und das Gelände „zur Anlage eines vornehmen Villenvorortes, da das Terrain für Arbeiterwohnungen zu teuer ist“ zu nutzen. Gleichzeitig wurde die Idee des „Deutschen Oxford“ geboren. Wissenschaftliche Institute des Staates und private Forschungseinrichtungen entstanden hier und frühzeitig entwickelte sich Dahlem zum Museumsstandort. Die großzügig geschnittenen Grundstücke und anspruchsvolle Lebensart ließen Wissenschaftler, Unternehmer, Künstler und hohe Beamte nach Dahlem ziehen. Dahlem entwickelte sich zum „vornehmen Villenvorort“.
Hier in Dahlem entstand nach der Gleichschaltung der Kirchen 1933 die „Bekennende Kirche“ und hier gewann nach Gründung der Freien Universität 1949 studentisches Leben an Bedeutung, insbesondere nach 1960 durch die 68er Bewegung.
Das Ortsbild ist geprägt durch Villen und Landhäuser, die sich die neuen Bewohner Anfang des Jahrhunderts von namhaften Architekten bauen ließen, großzügig und teuer. Das grüne Dahlem, die Nähe zum Grunewald und die günstige Anbindung an die City bilden die Anziehungskraft des „Villenvororts“, die auch heute wieder Dahlem für Prominente vom Schauspieler bis zum Bundespräsidenten zum gesucht Wohnort macht.
Der Rundgang zeigt zunächst im nördlichen Bereich die Villen der Gründerzeit und führt dann zum Dorfkern bis zur mittelalterlichen Feldsteinkirche. Dabei wird über die Geschichte Dahlems, die Bewohner und politischen Wandel berichtet.